Münzen kaufen & verkaufen

Münzen kaufen

Münzen kaufen als Wertanlage ist eine Sache mit vielen Fragezeichen. Aber letztendlich lässt sich das Problem auf zwei Aspekte reduzieren: auf den Sammlerwert und auf den Edelmetallwert. Generell ist es besser, auf Gold- oder Silbermünzen zu vertrauen, da die Vielzahl der Kleinmünzen ausschließlich von ihrem Sammlerwert abhängt.

Der Sammlerwert wiederum setzt sich aus der kulturhistorischen Bedeutung einer Münze, ihrer Auflage, der Qualität der Prägung und ihrem Erhaltungszustand zusammen. Das aber nutzt alles nichts, wenn am Markt kein Interesse für diese Münze besteht. In der Realität liegen die Preise über 90 % unter den angegebenen Katalogwerten. Zudem ist ein sinkendes Sammlerinteresse zu verzeichnen – immer weniger passionierte Numismatiker wollen Münzen kaufen.

Münzen kaufen – lohnt es sich noch, auf den Sammlerwert zu setzen?

Es gibt Münzen, die kosten als einzelnes Stück mehr als eine Million Dollar – aber sie sind für normale Sammler oder Anleger nicht erschwinglich. Gleichwohl wird von diesen Preisen allgemein die Möglichkeit exorbitanter Wertsteigerungen abgeleitet. Das gilt jedoch nur für historische Raritäten. Auch aus einer geringen Auflage (und damit begrenzter Verfügbarkeit am Markt) kann nicht automatisch auf hohe Wertsteigerung geschlossen werden. Das zeigen insbesondere die Prägungen der letzten Jahrzehnte. Um sich deutlich über den Edelmetallwert zu erheben, den eine Münze repräsentiert, bedarf es des Interesses der Sammler. Das ist auf bestimmten Gebieten gegeben, wie z.B. Olympia oder historisch bedeutsame Jahre, ist aber keine Garantie als Wertanlage. Wer Münzen kaufen will, um von einer Wertsteigerung zu profitieren, wird eher enttäuscht werden. Die Preise stagnieren im besten Fall. Als Geldanlage mit Sammlerwert eignen sich nur Gold- oder Silbermünzen mit gutem Ruf, wie das goldene 5-Mark-Stück des Deutschen Reiches oder ein sehr gut erhaltener Maria-Theresien-Taler, der zu Lebzeiten der Königin geprägt wurde. Münzen kaufen und nur auf den Sammlerwert setzen, ist im normalen Umgang faktisch sinnlos. Anbieter von Neuprägungen, die mit hoher Wertsteigerung werben, bemühen einen Faktor, der in den seltensten Fällen funktioniert. Nur Investitionen in sehr teure historische Stücke ergeben eine Wertsteigerungschance durch Münzen kaufen.

Münzen kaufen – was sind Anlagemünzen?

Anlagemünzen sind Geldstücke, die in ihrem Wert der Menge und der Qualität des verarbeiteten Edelmetalls entsprechen. Bekannte Beispiele sind der Krügerrand aus Südafrika, der American Eagle (beides Goldmünzen) oder das kanadische Maple Leaf (Silbermünze). Es gibt natürlich auch den australischen Koala Platin oder Sonderanfertigungen aus anderen edlen Stoffen.

Die Anlagemünzen folgen in ihrer Wertentwicklung dem Weltmarktpreis des jeweiligen Edelmetalls. Das ist in der Regel der Goldpreis oder der Silberpreis. Insofern stellen Anlagemünzen lediglich eine Form der Investition in Edelmetalle dar. Der Vorteil von Anlegern, die Münzen kaufen, ist die leichtere Transformation ihrer Objekte in Geld im Gegensatz zu größeren Goldbarren. Wie sehr das Edelmetall das Münzen kaufen dominiert, zeigt die goldene D-Mark, die als Abschied bei der Einführung des Euros geprägt wurde: ihr Wert ist um 50 % gestiegen – aber nicht aus Sammlergründen, sondern einfach nur synchron zum Goldpreis, der im Ausgabejahr 2001 stark gefallen war.

Münzen verkaufen

Alte Münzen üben ein starke Faszination aus. Sie führen die Phantasie in ferne Zeiten zurück, in denen noch alles „echt“ war, und ihr Wert erscheint dadurch noch größer. Zudem sind sie kulturhistorische Zeugnisse, die sich besonderer Wertschätzung erfreuen.

Schließlich sind alte Münzen auch Raritäten und in gewissen Weise sogar Antiquitäten – alles, was mit der Faszination von Münzen verbunden ist, deutet auch auf eine hohen Wert hin. Münzen verkaufen sollte deshalb eine gute Einnahmequelle sein. In vielen Haushalten finden sich vererbte Stücke, die sich in heutiges Geld verwandeln lassen. Aber Münzen verkaufen ist schwieriger als es scheint.

Münzen verkaufen – die Katalogwerte

Ein Blick in den Münzkatalog mag so manchen, der Münzen verkaufen will, in seiner Hoffnung auf schnelles und relativ viel Geld bestärken. Jede deutsche Münze ab dem Jahr 1800 ist genau erfasst, viele auch bis in das Mittelalter zurück. Jeder, der Münzen verkaufen will, kann seine Bestände anhand der Abbildungen und Beschreibungen in Münzkatalogen identifizieren und ihren Wert bestimmen. Aber der Katalogwert ist nicht der Verkaufswert. Auf dem Markt für Münzen wird durchschnittlich nur ein Zehntel des Katalogwertes gezahlt. Der Grund für den Preisverfall ist sehr einfach: immer weniger Sammler interessieren sich für die in Umlauf befindlichen Bestände. Auch das Abwarten über Jahrzehnte wird nicht mehr viel bringen: Bürger aus den neuen Bundesländern, die ihre DDR-Gedenkmünzen im Jahr der Einheit abgaben, konnten noch deutlich bessere Abnahmepreise erzielen, als das heute der Fall ist. Silbermünzen aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts sind meist gerade einmal noch das Edelmetall wert, aus dem sie geprägt sind. Münzen verkaufen bedeutet als allererstes, hoch gestochene Erwartungen zu revidieren.

Münzen verkaufen – der Erhaltungsgrad

Die Chance, Münzen verkaufen zu können, wird weiter durch den Zustand der Münzen eingeschränkt. Im Katalog können die Interessenten schon feststellen, dass nur Exemplare mit der Einstufung „vorzüglich“ oder besser noch „Stempelglanz“ die aufgeführten Höchstpreise bringen. „Sehr schön“ als Erhaltungsgrad ist finanziell gesehen schon gar nicht mehr schön. Für alles, was im Niveau darunter angesiedelt ist, wird sich kein Abnehmer mehr finden. Zwar gibt es Mittel, die guten Stücke „aufzupolieren“, aber dazu ist eine intakte Grundsubstanz erforderlich. Grünspan bei Kupfer oder die Schwarzfärbung von Silber lassen sich rückstandslos entfernen, wenn behutsam vorgegangen und ausgewiesene numismatische Pflegemittel verwendet werden. Ob es die Münze noch bis „vorzüglich“ schafft, ist allerdings fraglich. Jegliche Kerbe oder Verformung, die zutage tritt, macht die Münze faktisch wertlos. Viele Interessenten, die Münzen verkaufen wollen, versetzen ihren Handelsobjekten sogar selbst den „Gnadenstoß“, indem sie haushaltübliche Scheuermittel verwenden. Dabei können Kratzspuren entstehen, die sich nie wieder entfernen lassen.

Münzen verkaufen – am besten im Paket

Wer nicht über ausgewiesene Raritäten verfügt, sollte seine Münzen dadurch attraktiv machen, dass sie wenigstens ein abgeschlossenes Sammelgebiet darstellen, bspw. die Fünf-Mark-Stücke des Deutschen Reiches 1871 bis 1918. Eine günstigere Variante, als an einen Händler Münzen verkaufen, stellt die Teilnahme an einer Auktion dar. Hier lassen sich auch Pakete unterschiedlicher Münzen, so genannte Lots, absetzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.