Sterbegeldversicherung

Die Sterbegeldversicherung ist eine Kapitallebensversicherung, die auf den Todesfall abgeschlossen wird. Ihr Sinn und Zweck ist die Finanzierung der Bestattungskosten des Versicherungsnehmers.

Die heutige Sterbegeldversicherung hat Mitte der 2000er Jahre das frühere Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkassen abgelöst. Sie ist eine Versicherung im mittleren vierstelligen Eurobereich. Die Auszahlung ist in allen Fällen problemlos, weil an dem Leistungsfall keinerlei Zweifel bestehen.

Sterbegeldversicherung ist Schonvermögen bei Sozialhilfebezug

Der Versicherte kann durch sie sicherstellen, dass seine Bestattungskosten auf jeden Fall daraus bezahlt werden. Das gilt auch beim Bezug von Sozialhilfe. Der Gesetzgeber legt Wert auf eine angemessene und pietätvolle Bestattung der Bürger. Im Gegensatz zu anderen kapitalbildenden Versicherungen ist der Zweck einer Sterbegeldversicherung klar umrissen und fest definiert. Sie wird erst dann fällig, wenn der Versicherungsnehmer und insofern der Sozialhilfeempfänger verstorben ist. Umgekehrt sind die Monatsbeiträge zur Sterbegeldversicherung eine zweckgebundene Ausgabe, die als Mehrbedarf beim Bezug von Sozialhilfe als zusätzlicher Mehrbedarf übernommen, also vom Sozialhilfeträger bezahlt wird. Der Versicherte hat die Gewähr, dass seine Sterbegeldversicherung in buchstäblich jeder Lebenslage weiterläuft, ganz unabhängig von seiner wirtschaftlichen Situation. Die Sterbegeldversicherung ruht nicht, sie braucht auch nicht beitragsfrei gestellt zu werden. Auch beim Bezug von Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld, dem umgangssprachlichen Harz IV, bleibt die Sterbegeldversicherung, wie es allgemein formuliert wird, außen vor.

Altersvorsorge

Das von Bismarck 1889 eingeführte System der Alters- und Invaliditätsversicherung ist oft reformiert und bis heute stets neuen Gegebenheiten angepasst worden; im Großen und Ganzen hat es funktioniert, weil der Generationenvertrag eingehalten werden konnte. Das heißt, genug Kinder wurden geboren, um die Rentenzahlungen für die vorhergehende Generation zu übernehmen.

Dieses Prinzip ist aus den Fugen geraten. Die aktuelle demografische Entwicklung führt dazu, dass immer weniger Junge für immer mehr Senioren viel länger zahlen müssen. Um Altersarmut zu vermeiden, muss jeder Einzelne private Altersvorsorge zusätzlich zur gesetzlichen Rente und zur betrieblichen Altersvorsorge betreiben.

Private Altersvorsorge unterstützt der Staat

Walter Riester, Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung in der Regierung Schröder, führte 2002 die später nach ihm benannte „Riester-Rente“ zur zusätzlichen Altersvorsorge ein. Sie wird je nach Einkommen und Familienstand steuerlich begünstigt und mit staatlichen Zulagen unterstützt. Zunächst gab es diese Form der privaten Altersvorsorge nur als Geldrente, inzwischen aber auch als so genannte Wohnrente, die sich zur beliebtesten Variante des „riesterns“ entwickelt. Durch die Förderung des Erwerbs von Immobilien eröffnet sich die Perspektive, im Alter mietfrei zu wohnen und die eingesparte Miete zum Erhalt des Lebensstandards zu verwenden. Besonders günstig: die Kombination von Bausparvertrag und vermögenswirksamen Leistungen als Riester-Anlage zur Altersvorsorge.

Alternative Anlageformen zur Altersvorsorge bringen zurzeit keinen Gewinn

Zum Riester-Sparen gibt es Alternativen. Doch zurzeit sind sie als Formen der privaten Altersvorsorge kaum empfehlenswert. Denn welche Anlageform auch gewählt wird (zum Beispiel offene Immobilienfonds, klassiche Lebensversicherungen, Festgeld oder Schatzbriefe), die Zinsen befinden sich bei allen auf einem historischen Tiefstand. Die Einnahmen aus dem eingezahlten Kapital reichen nicht einmal aus, Kaufkraftverlust und Inflationsrate auszugleichen; bei offenen Immobilienfonds besteht zurzeit sogar die Gefahr, nicht einmal das eingezahlte Kapital vollständig zurückzuerhalten.

Alternative für Besserverdienende und Selbstständige: die Rürup-Rente

2005 wurde eine weitere Form der privaten Altersvorsorge eingeführt: die so genannte Basisrente, im Volksmund auch Rürup-Rente genannt. Sie wird ebenso wie die Riester-Rente steuerlich begünstigt und ist vor allem für die Bezieher höherer Einkommen und für Selbstständige als Altersvorsorge empfehlenswert, die keine Riester-Verträge abschließen können. Allerdings kann die Basisrente weder vererbt noch als Einmalbetrag (bei Riester bis zu 30 Prozent) ausgezahlt werden. Rürup-Verträge gibt es ausschließlich bei privaten Anbietern.

Vor jedem Vetragsabschluss zur privaten Altrersvorsorge: Angebote prüfen

Alle Formen der privaten Altersvorsorge, ob Riester- oder Rürup-Renten oder klassische Privatrentenangebote, müssen vor Vertragsabschluss genau geprüft und mit alternativen Angeboten verglichen werden, denn es gibt durchaus Unterschiede, etwa in der Höhe der Abschlussgebühr oder hinsichtlich der Kündigungsmöglichkeiten, um den Anbieter zu wechseln. Besonders wichtig ist es, vor einem Vertragsabschluss genau auf die garantierte Mindestrente zu achten, denn darauf kommt es am Schluss an. Und die Unterschiede zwischen den Anbietern sind teils erheblich.

Grundsätzlich gilt: Je früher ein Vertrag zur Altersvorsorge abgeschlossen wird, desto günstiger sind die Konditionen und desto höher fällt beim Rentenbeginn die monatliche Zusatzrente aus.

Sterbeversicherung und Versicherungsrechner

Mit der Sterbegeldversicherung sollen die Bestattungskosten des Verstorbenen finanziert werden können. Sie kann jederzeit, also auch noch im Alter 60plus und älter, abgeschlossen werden. Die Versicherungsbedingungen sind jedoch recht unterschiedlich, wie der Vergleich mit dem Versicherungsrechner zeigt. Das gilt nicht nur für den Monatsbeitrag, sondern auch für die Vertragsinhalte. Wartezeit sowie Gesundheitsprüfung mit Leistungsausschlüssen oder Risikozuschlägen werden von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich angeboten. Ohne den Versicherungsrechner ist nicht zu erkennen, aus welchem Grunde die Prämie bei diesem Anbieter günstiger oder teurer ist als bei den anderen.